kit – eine kindheit (1938-1952)
19.04.2007die lange, flach ansteigende treppe aus eichenholz mit den niedrigen stufen im großen hohen hausflur unseres hauses luitpoldstraße 9 in kitzingen am main. auf dem geländersockel links stand eingekerbt, mit einer ellipse umrahmt, eine jahreszahl (1809?). zum runterrutschen war die treppe ideal.
der kleine einstrahlige brunnen unter dem falterturm (dem berühmten schiefen turm), der nie lief, nie wasser hatte und immer verschmutzt war, auch noch, als wir 1952 wegzogen.
das große rote haustor mit den schrägen bretterteilen und der kleineren tür für den täglichen gebrauch. man konnte sie durch einen seilzug im ersten stock öffnen. vor dem tor drei steinstufen, auf denen wir „immer“ saßen.
das eiserne waschschiff am mainkai, auf dem frauen mit mainwasser ihre wäsche wuschen. schräge geriffelte eiserne waschbretter zum fluß hin waren schon eingebaut. das ganze schiff erschien wie aus einem guß. wenn wir sonntags beim spaziergang vorbeikamen, turnten wir auf dem leeren schiff rum.
der hadlatempel war ein gußeiserner pavillon in der grünanlage beim falterturm, gedacht für musikkapellen, für uns ein spielplatz. einmal rasteten dort einige radfahrer aus norwegen. sie waren ernst und freundlich, wir hörten ihrer sprache zu und unterhielten uns mit ihnen.